
Zertifikatslehrgang „Fachkraft Heizung“ (58 UE) | Freiwillige Zusatzqualifikation für das Fachhandwerk – Qualität sichern, Fachkompetenz nachweisen und Sichtbarkeit schaffen
Die Anforderungen an die Planung, Installation und Optimierung moderner Heizungsanlagen werden zunehmend komplexer. Neben der fachgerechten Ausführung gewinnen die energetische Bewertung des Gebäudes, der Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Einhaltung gesetzlicher und förderrechtlicher Anforderungen immer mehr an Bedeutung.
Um die Qualität bei der Umsetzung geförderter Heizungsmaßnahmen weiter zu stärken, wurde die neue Kategorie „Fachkräfte Heizung“ innerhalb der Energieeffizienz-Expertenliste geschaffen. Sie ermöglicht qualifizierten Fachkräften aus dem Handwerk, ihre Kompetenzen durch eine freiwillige Zusatzqualifikation nachzuweisen und sich als qualitätsgesicherte Fachkraft öffentlich listen zu lassen.
Mit dem Zertifikatslehrgang „Fachkraft Heizung“ bietet der GIH Baden-Württemberg eine gezielt auf diese neue Qualifikation ausgerichtete Weiterbildung an. Der Lehrgang vermittelt die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und bereitet auf die abschließende Prüfung sowie die anschließende Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste vor.
Mehr Fachkompetenz – mehr Qualität – mehr Sichtbarkeit
Eine effiziente Heizungsanlage lässt sich nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Wärmeerzeugung, Wärmeverteilung, Gebäudehülle und weiteren technischen Anlagen.
Die Weiterbildung vermittelt deshalb über die klassischen Aufgaben der jeweiligen Gewerke hinaus grundlegende Kenntnisse der Bauphysik, der energetischen Gebäudebewertung und der Sanierungsberatung. Die Teilnehmenden lernen, technische Zusammenhänge ganzheitlich zu beurteilen, energetische Optimierungspotenziale zu erkennen und die Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sicher anzuwenden.
Die freiwillige Zusatzqualifikation bietet Fachbetrieben die Möglichkeit, ihre fachliche Kompetenz sichtbar zu dokumentieren, sich gegenüber Kunden als qualifizierte Ansprechpartner zu positionieren und einen aktiven Beitrag zur Qualitätssicherung bei geförderten Heizungsmaßnahmen zu leisten.
Lehrgangsinhalte
Der Lehrgang orientiert sich an den Fortbildungsanforderungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) und umfasst folgende fünf Themenbereiche:
1. Bauphysikalische und baustoffliche Grundlagen (6 UE)
Grundlagen der Bauphysik, energetische Eigenschaften von Bauteilen sowie Zusammenhänge zwischen Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heiztechnik.
2. Wärme aus erneuerbaren Energien (8 UE)
Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien, effiziente Wärmeerzeugung und Einbindung moderner Heizsysteme in das energetische Gesamtkonzept eines Gebäudes.
3. GEG- und BEG-Anforderungen sowie Klimaschutz im Gebäudesektor (14 UE)
Gesetzliche Rahmenbedingungen, Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), technische Mindestanforderungen und förderrechtliche Nachweispflichten.
4. Grundlagen der Sanierungsberatung (14 UE)
Energetische Bewertung von Gebäuden, Grundlagen der Sanierungsplanung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sowie Zusammenhänge zwischen einzelnen Sanierungsmaßnahmen.
5. Sanierungsberatung Fachkräfte Heizung (16 UE)
Gewerkeübergreifende Schnittstellen, Heizungsoptimierung, Einbindung von Heizungsmaßnahmen in ganzheitliche Sanierungskonzepte sowie Begleitung und Dokumentation von Fördermaßnahmen.
Zielgruppe – Fachkräfte aus dem Handwerk
Die Weiterbildung richtet sich an qualifizierte Fachkräfte und Fachunternehmer aus den zur Installation oder Optimierung von Heizungsanlagen berechtigten Gewerken, insbesondere:
Angesprochen sind sowohl Betriebsinhaber und Betriebsleiter als auch entsprechend qualifizierte angestellte Fachkräfte, die ihre fachlichen Kompetenzen erweitern und die Voraussetzungen für eine freiwillige Eintragung als „Fachkraft Heizung“ schaffen möchten.
Hinweis: Für die spätere Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste müssen die persönlichen und beruflichen Voraussetzungen gemäß dem jeweils gültigen Regelheft der dena erfüllt und entsprechend nachgewiesen werden.
Abschluss und Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste
Der Lehrgang schließt mit einer schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung ab, die vom GIH Baden-Württemberg durchgeführt wird.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat des GIH Baden-Württemberg.
Bei Vorliegen der erforderlichen beruflichen Grundqualifikation und Erfüllung der weiteren Eintragungsvoraussetzungen kann anschließend die Aufnahme in die Kategorie „Fachkräfte Heizung“ der Energieeffizienz-Expertenliste bei der dena beantragt werden.
Die Eintragung erfolgt freiwillig und ist zunächst für drei Jahre gültig. Eine Verlängerung ist durch den Nachweis entsprechender Fortbildungen und Praxisnachweise möglich.
Die Zusatzqualifikation ersetzt keine umfassende Weiterbildung zum Energieeffizienz-Experten und begründet keine allgemeine Berechtigung zur geförderten Energieberatung.
Lehrgangsorganisation
Zeitraum: 29. Januar bis 4. März 2027
Umfang: 58 Unterrichtseinheiten (UE)
Unterrichtsform: Hybrid – Präsenzunterricht, Online-Live-Unterricht und begleitetes Selbststudium
Präsenztermine:
Online-Termine:
Referenten:
Gebühr
1900 Euro zzgl. MwSt.
ESF Plus Förderung
Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg unterstützt die Weiterbildung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF-Fachkursförderung. Teilnehmende können einen Zuschuss in Höhe von 45 % der Kursgebühr erhalten.
Bei Ihrer Anmeldung werden Sie durch einen Fragenkatalog, der ermittelt, ob Sie die Förderbedingungen erfüllen und somit förderfähig sind. Zwingende Voraussetzung ist, dass entweder der Wohnsitz des Teilnehmenden in Baden-Württemberg ist oder der Sitz des Unternehmens, bei dem der Teilnehmende beschäftigt ist, sich in Baden-Württemberg befindet (Filialen zählen hier nicht, es gilt der Hauptunternehmenssitz). Die genauen Bedingungen finden Sie hier.
Gebühren mit Förderung
ESF Plus Förderung 45 % = 1045 Euro netto zzgl. MwSt.
