Der GIH Bundeskongress 2026 stand ganz im Zeichen des 25-jährigen Bestehens des GIH – und machte zugleich deutlich, wie zentral unabhängige Energieberatung für das Gelingen der Energiewende geworden ist. Zwischen fachlichem Austausch, politischen Diskussionen und vielen persönlichen Begegnungen wurde vor allem eines spürbar: die große Motivation, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen.
In seiner Eröffnung blickte der GIH-Vorsitzende Stefan Bolln auf die Entwicklung des Verbandes zurück. Heute vertritt der GIH mehr als 5.500 Mitgliedsunternehmen mit rund 13.000 Mitarbeitenden und einem gemeinsamen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Damit ist die unabhängige Energieberatung längst ein relevanter und unverzichtbarer Bestandteil des Gebäudesektors geworden.
Das Jubiläum bot zugleich Gelegenheit, Menschen zu würdigen, die den Verband über viele Jahre geprägt haben.
Verlässliche Rahmenbedingungen bleiben zentrale Herausforderung
Auch die politischen und institutionellen Beiträge zeigten die gewachsene Bedeutung der Branche. Staatsminister Carsten Schneider betonte die Notwendigkeit verlässlicher politischer Rahmenbedingungen und sprach sich für Planungssicherheit beim Umbau des Gebäudebestands aus. Vertreterinnen und Vertreter von dena, BAFA und KfW hoben die wichtige Rolle qualifizierter Energieberatung für Förderpraxis, Investitionsentscheidungen und Qualitätssicherung hervor. Die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Förderinstitutionen und Praxis wurde dabei immer wieder als entscheidender Erfolgsfaktor benannt.
Gleichzeitig machte der Kongress deutlich, dass die Herausforderungen im Gebäudesektor weiterhin groß bleiben. Besonders intensiv wurde über das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) diskutiert. Viele Teilnehmenden äußerten Kritik am bisherigen Verfahren sowie an fehlender Verlässlichkeit bei politischen Vorgaben. Gerade häufig wechselnde Rahmenbedingungen sorgen vielerorts für Unsicherheit und bremsen Investitionen in energetische Sanierungen.
In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass die Sanierungsquote im Gebäudebestand weiterhin zu niedrig ist und Effizienzmaßnahmen künftig stärker in den Fokus rücken müssen. Einigkeit bestand darin, dass die Energiewende im Gebäudesektor nur mit langfristigen Strategien, praktikablen Lösungen und einer starken Qualitätssicherung gelingen kann.
Der Bundeskongress zeigte damit nicht nur, wie stark sich der GIH in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat, sondern auch, welche Verantwortung die Branche heute trägt. Die Energieberatung hat sich als verlässlicher Partner für Eigentümerinnen und Eigentümer, Politik, Handwerk und Förderinstitutionen etabliert – mit hoher fachlicher Kompetenz und großem Engagement in der Praxis.
Das Jubiläum wurde deshalb weniger als Rückblick verstanden, sondern vielmehr als gemeinsamer Ausgangspunkt für die nächsten Schritte. Mit vielen Impulsen, großem Zuspruch und klaren Aufgaben richtet sich der Blick nun in die Zukunft der Energieberatung.























